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12.05.2026
Zu Beginn der Veranstaltung stellten sich Präsident Martin Böhm, Landrat Jan-Christoph Schaberick und Arndt Silva, Obermeister der gastgebenden Fachinnung für Elektrotechnik Ennepe-Ruhr, und Hauptgeschäftsführer Christian Heil dem Fotografen
V.l. FEH.NRW Präsident Martin Böhm, Landrat Jan-Christoph Schaberick, Arndt Silva, Obermeister der gastgebenden Fachinnung für Elektrotechnik Ennepe-Ruhr, und FEH.NRW Hauptgeschäftsführer Christian Heil.
Thomas Hölmer, Vorsitzender des Berufsbildungs-Ausschusses im FEH.NRW, bei seinem Bericht.
Thomas Hölmer, Vorsitzender des Berufsbildungs-Ausschusses im FEH.NRW, berichtet über den Bereich Ausbildung und Fachkräftesicherung.
Frank Lefarth, Vorsitzender des Wirtschafts-Ausschusses im FEH.NRW, bei seinem Bericht.
Frank Lefarth, Vorsitzender des Wirtschafts-Ausschusses im FEH.NRW, spricht über die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen und deren konkrete Folgen für die Betriebe im Elektrohandwerk.
Bernd Elter, Vorsitzender des Ausschusses für Öffentlichkeitsarbeit im FEH.NRW, bei seinem Bericht.
Bernd Elter, Vorsitzender des Ausschusses für Öffentlichkeitsarbeit im FEH.NRW, stellt die aktuellen Kampagnen aus den Bereichen Werbung und Öffentlichkeitsarbeit vor.
Prof. Dr. Ulrich Breilmann, Vorsitzender des Tarif-Ausschusses im FEH.NRW, bei seinem Bericht.
Prof. Dr. Ulrich Breilmann, Vorsitzender des Tarif-Ausschusses im FEH.NRW, widmet sich insbesondere den zwei neuen Leistungen für Auszubildende: Azubi-Ticket und tariflicher Altersvorsorgefonds.
Sebastian Barchnicki, Sprecher der Geschäftsführung von Digital.Sicher.NRW, bei seinem Vortrag.
Sebastian Barchnicki, Sprecher der Geschäftsführung von Digital.Sicher.NRW, beleuchtet das Thema "Cybersicherheit als zentrale Führungsaufgabe".
Arndt Silva, Obermeister der Fachinnung für Elektrotechnik Ennepe-Ruhr, erhält aus der Hand von Präsident Martin Böhm den Wimpel der E-Handwerke NRW.
Arndt Silva (l.), Obermeister der Fachinnung für Elektrotechnik Ennepe-Ruhr, erhält aus der Hand von Präsident Martin Böhm den Wimpel der E-Handwerke NRW.

Nach der Eröffnung durch den Präsidenten des Fachverbands, Martin Böhm, richteten Landrat Jan-Christoph Schaberick und Arndt Silva, Obermeister der gastgebenden Fachinnung für Elektrotechnik Ennepe-Ruhr, Grußworte an die Delegiertenversammlung. Insgesamt nahmen die Delegierten von 41 Mitgliedsinnungen der E-Handwerke NRW teil, die 118 (75 %) der 158 Vertreterstimmen repräsentierten.

Bericht des Präsidenten 
In seinem Bericht ging Martin Böhm unter anderem auf die aktuelle konjunkturelle Situation im E-Handwerk ein. Mit Blick auf die Frühjahres-Konjunkturumfrage hat sich die Auftragslage der Unternehmen in Deutschland deutlich verschlechtert. So ist der Anteil der Betriebe mit kurzen Auftragsbeständen gewachsen, womit der durchschnittliche Auftragsvorlauf seit 2019 auf den niedrigsten Stand gefallen ist. Die anderen Konjunkturindikatoren zeigen sich weitgehend stabil.

Trotz der schwierigen Konjunktur bleibt das E-Handwerk ein zentraler Treiber der Energiewende. 67 Prozent der Unternehmen sind im Bereich Ladeinfrastruktur tätig, 52 Prozent bei Photovoltaik und Speichern sowie 48 Prozent im Bereich Wärmepumpen und Lüftungssysteme. Besonders dynamisch entwickelt sich der Wärmepumpensektor: In NRW liegt dessen Umsatzanteil inzwischen bereits über dem der Ladeinfrastruktur. 

Scharfe Kritik gab es von Präsident Martin Böhm zur aktuellen Bundespolitik. Die geplante Reform des Gebäudeenergiegesetzes sorge für erhebliche Unsicherheit bei Betrieben und Kunden. Gemeinsam mit weiteren Verbänden fordern die E-Handwerke verlässliche Rahmenbedingungen, eine praxisnahe Umsetzung der europäischen Gebäuderichtlinie sowie mehr Tempo beim Netzausbau. Auch im WDR-Magazin „Westpol“ äußerte sich Böhm deutlich kritisch zu den energiepolitischen Vorschlägen von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. Zusätzliche Belastungen für erneuerbare Energien und fehlender Netzausbau gefährdeten Investitionen und bremsten die Energiewende. Die Folgen seien bereits spürbar: Viele Verbraucher verschieben derzeit Investitionen in Wärmepumpen, PV-Anlagen oder Elektromobilität.

Positiv bewertet Böhm hingegen die Zusammenarbeit mit der Landesregierung NRW. Gemeinsam mit Wirtschaftsministerin Mona Neubaur unterstützt das Elektrohandwerk u.a. auch aktiv die Wärmewende. In diesem Jahr finden dazu landesweit Aktionstage statt, bei denen Kunden zur Umstellung auf klimafreundliche Heizsysteme beraten werden. 

Ein Schwerpunkt bleibt die Fachkräftesicherung. Der FEH.NRW setzt dabei weiterhin auf qualifizierte Ausbildung statt auf kurzfristige Schnellqualifikationen. „Die Energiewende kann nur mit gut ausgebildeten Fachkräften gelingen“, betont Böhm. Auch der E-Kongress.NRW 2026 sowie die Fachbereichstagungen und Weiterbildungsangebote unterstreichen die aktive Verbandsarbeit. Abschließend machte Böhm deutlich: „Unsere Betriebe brauchen verlässliche politische Rahmenbedingungen und Planungssicherheit, damit die Energiewende erfolgreich umgesetzt werden kann.“ 

Berichte aus den Ausschüssen

Berufsbildungs-Ausschuss: Ausbildung modernisieren und Fachkräfte sichern 
Der Berufsbildungs-Ausschuss befasste sich intensiv mit der aktuellen Entwicklung der Ausbildung im Elektrohandwerk. Trotz eines leichten Rückgangs der Ausbildungszahlen konnte das E-Handwerk NRW im vergangenen Jahr insgesamt 3.668 neue Auszubildende begrüßen, so der Berufsbildungs-Ausschuss Vorsitzende Thomas Hölmer. In diesem Rahmen wurde deutlich, dass der demografische Wandel und der steigende Fachkräftebedarf die Branche weiterhin vor große Herausforderungen stellen. Besonders der geringe Anteil weiblicher Auszubildender zeigt, dass die Nachwuchsgewinnung künftig darauf bezogen noch breiter aufgestellt werden muss. 

Ein Schwerpunkt lag zudem auf der Digitalisierung der Prüfungsprozesse. Der Fachverband unterstützt den ZVEH bei der Entwicklung einer modernen, durchgängigen Lösung für digitale Prüfungen, von der Erstellung über die Durchführung bis hin zur Auswertung und Dokumentation. Ziel ist es, Abläufe effizienter, flexibler und zukunftssicher zu gestalten und so auch die örtlichen Prüfungsausschüsse nachhaltig zu entlasten. Gleichzeitig wurde auf die Bedeutung eines sicheren Umgangs mit Prüfungsunterlagen hingewiesen, um Vertraulichkeit und Prüfungsqualität dauerhaft sicherzustellen. 

Darüber hinaus beschäftigte sich der Ausschuss mit der Weiterentwicklung der Ausbildungsberufe. Insbesondere der Bereich Gebäudesystemintegration gewinnt zunehmend an Bedeutung. Auch mögliche Anpassungen der fünf Elektro- und IT-Handwerksberufe auf Bundesebene werden aktiv begleitet, um die Ausbildung weiterhin praxisnah und zukunftsorientiert auszurichten.

Wirtschafts-Ausschuss: Mehr Bürokratie und neue Herausforderungen für Betriebe
Im Mittelpunkt des Wirtschafts-Ausschusses standen aktuelle gesetzliche Entwicklungen und deren Auswirkungen auf die E-Handwerksbetriebe. Frank Lefarth, Vorsitzender des Wirtschafts-Ausschusses, thematisierte unter anderem neue Anforderungen im Bereich Arbeitsschutz, elektronische Arbeitszeiterfassung sowie Änderungen im Energie- und Steuerrecht. Nach wie vor lasten auf den Betrieben hohe bürokratische Anforderungen. Auch in diesem Rahmen setzt sich der Fachverband weiterhin für praktikable Lösungen und Entlastungen insbesondere kleiner und mittelständischer Unternehmen ein.

Ein weiteres wichtiges Thema war die zunehmende Gefahr von Rechnungsbetrug durch manipulierte E-Mails. Der Ausschussvorsitzende informierte über aktuelle Gerichtsurteile und gab konkrete Hinweise, wie sich Betriebe und Kunden besser vor sogenanntem „Rechnungshacking“ schützen können. Die Empfehlungen lauten unter anderem: sichere Kommunikationswege, aktuelle Sicherheitssoftware und eine konsequente Prüfung von Kontodaten. 

Großen Raum nahmen außerdem energiepolitische Entwicklungen ein, so die geplanten Änderungen im EEG, neue Regelungen beim Netzanschluss sowie die Herausforderungen rund um bidirektionales Laden. Frank Lefarth machte deutlich, dass viele Vorhaben derzeit zu zusätzlicher Unsicherheit und höheren Kosten führen könnten. Gleichzeitig eröffnen sich für das Elektrohandwerk neue Marktchancen, die es aktiv zu nutzen gilt.

Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit: Nachwuchsgewinnung bleibt zentrale Aufgabe
Bernd Elter, Vorsitzender des Ausschusses für Öffentlichkeitsarbeit, stellte zahlreiche Projekte zur Nachwuchsgewinnung und Imageförderung des Elektrohandwerks vor. Ein besonderer Schwerpunkt liegt weiterhin auf der Ansprache junger Menschen. Erfolgreich eingesetzt werden dabei moderne Kommunikationswege wie Social Media, digitale Kampagnen und interaktive Anwendungen. Mit Reichweiten von mehreren Millionen Kontakten auf Plattformen wie Instagram und TikTok gelingt es zunehmend, das E-Handwerk als modernen und zukunftssicheren Beruf sichtbar zu machen.

Große Aufmerksamkeit erhalten weiterhin die Unterrichtsmaterialien für Schulen, die bundesweit im Einsatz sind und bereits Millionen Schülerinnen und Schüler erreicht haben. Ergänzt wird das Angebot durch innovative Formate wie die VR-Anwendung „Smart Energy“ oder die App „Handwerker Heroes“, die spielerisch Einblicke in die Berufe des E-Handwerks vermittelt. Auch die Kampagne „30 Jahre E-CHECK“ wird gezielt genutzt, um Fachkompetenz sichtbar zu machen und Vertrauen bei Kunden aufzubauen. Darüber hinaus informierte der Ausschuss-Vorsitzende über die Weiterentwicklung der Plattform „Mein E-Handwerk“, die Innungen und Mitgliedsbetrieben digitale Services und aktuelle Brancheninformationen bietet. 

Tarif-Ausschuss: Neue Leistungen für Auszubildende im Fokus
Der Vorsitzende des Tarif-Ausschusses, Prof. Dr. Ulrich Breilmann, berichtete über die Umsetzung des Tarifabschlusses 2025. Neben höheren Ausbildungsvergütungen wurden zwei neue Leistungen für Auszubildende eingeführt: ein Ausbildungsticket sowie ein tariflicher Altersvorsorgefonds. Beide Regelungen sind Bestandteil des Tarifpakets und sollen die Attraktivität einer Ausbildung im Elektrohandwerk weiter steigern. 

Seit dem 1. Februar 2026 erhalten Auszubildende ein DeutschlandTicket Job zum Preis von monatlich 37,80 Euro, dessen Kosten vollständig vom Ausbildungsbetrieb übernommen werden. Damit entspricht der Ticketpreis dem eines Studierendentickets, ein wichtiges Zeichen für die Gleichstellung von akademischer und beruflicher Ausbildung. Zudem zahlen die Betriebe monatlich 10 Euro in einen privaten Altersvorsorgefonds für die Auszubildenden ein. 

Im Mittelpunkt der Diskussion stand insbesondere die praktische Umsetzung des neuen Azubi-Fonds. Da nicht alle Banken geeignete Angebote bereitstellen, wurde darauf hingewiesen, ausschließlich tarifkonforme Lösungen zu nutzen. Der Ausschuss-Vorsitzende stellte hierzu klar, dass Direktversicherungen nicht den Anforderungen des Tarifvertrags entsprechen. Weiterführende Informationen sowie Ansprechpartner stellt der Fachverband unter www.feh.nrw/azubifonds bereit. 

Prof. Dr. Ulrich Breilmann betonte außerdem, dass beide Leistungen verbindlicher Bestandteil des Tarifvertrags sind. Der Ausbildungsfonds soll die Auszubildenden frühzeitig daran gewöhnen, neben der gesetzlichen und betrieblichen Altersvorsorge auch an eine private Vorsorge zu denken. Daher dürfen die monatlichen Beiträge ausschließlich in den privaten Altersvorsorgefonds der Auszubildenden fließen und nicht beispielsweise für eine betriebliche Altersversorgung verwendet werden. 

Auch das neue Azubiticket war Gegenstand intensiver Gespräche unter den Delegierten. Der Ausschuss-Vorsitzende appellierte an die Betriebe, das Angebot konsequent umzusetzen, da dessen langfristiger Fortbestand von einer ausreichenden Beteiligung abhängt. Nach der öffentlichkeitswirksamen Präsentation muss das Elektrohandwerk jetzt auch liefern. Wer das AzubiTicket nicht stellt, bleibt hinter dem Tarifvertrag zurück. Andere Leistungen wie Tankgutscheine dürfen zusätzlich gestellt werden, ersetzen das DeutschlandTicket jedoch nicht. Ziel bleibt es, die Ausbildung im Elektrohandwerk insgesamt attraktiver zu gestalten und junge Menschen langfristig für die Branche zu gewinnen; weitere Informationen finden Sie unter www.feh.nrw/azubiticket

Cybersicherheit als zentrale Führungsaufgabe
Nach der Mittagspause stand das Thema Cybersicherheit im Elektrohandwerk im Mittelpunkt. Sebastian Barchnicki, Sprecher der Geschäftsführung von Digital.Sicher.NRW, machte in seinem Vortrag auf mögliche Schwachstellen in den IT-Systemen von Unternehmen aufmerksam. Er betonte, dass auch kleine Handwerksbetriebe zunehmend Ziel von Cyberangriffen werden und keineswegs zu unbedeutend für Hacker seien. Besonders kritisch sei der Bereich E-Mail-Kommunikation: Rund 90 Prozent aller Angriffe erfolgen laut Barchnicki über diesen Weg.

Die Herbst-Mitgliederversammlung findet am 18. November 2026 in Siegen statt.

Sie möchten Mitglied werden? Schreiben Sie uns: info@elektroinnung-bonn-rhein-sieg.de oder rufen Sie uns an: (0 22 41) 9 90-0